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Die Geschichte des Aufbaus der Bundeswehr
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Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 fand der Zweite Weltkrieg in Europa sein Ende. Der seit 1933 andauernde Krieg hatte schreckliche Folgen: 1945 lastete unermessliches Leid auf den Völkern Europas. Millionen hatten ihr Leben auf den Schlachtfeldern und in den Vernichtungslagern verloren. Der Kontinent lag in Trümmern. Millionen von Soldaten waren in Gefangenschaft geraten, unzählige Menschen waren auf der Flucht und hatten ihre Heimat verloren. Deutschland wurde aufgeteilt und einer Besatzungsherrschaft unterworfen. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Truppenstärke der westalliierten Streitkräfte in Europa rund 4,7 Millionen Soldaten. Ein Jahr später waren es nur noch 879 000. Im Gegensatz zur raschen Abrüstung der Westmächte behielt die Sowjetunion auch nach Ende des Krieges noch vier Millionen Mann unter Waffen.

Am 23. Mai 1949 schlug mit der Verkündung des Grundgesetzes die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Im Hinblick auf die immer tiefer werdende Kluft zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion und in frischer Erinnerung an die Blockade West-Berlins 1948/49 war im Grundgesetz weder auf die Wehrhoheit noch auf die Teilnahme an Systemen gegenseitiger kollektiver Sicherheit verzichtet worden. In den westlichen Ländern verstärkte sich das Bild einer sowjetischen Bedrohung. Ungarn und die Tschechoslowakei gehörten seit 1948 definitiv zum sowjetischen Machtbereich. Beinahe wäre auch das durch einen Bürgerkrieg zerrissene Griechenland dem sowjetischen Expansionsdrang zum Opfer gefallen. Aus der Sowjetischen Besatzungszone entstand im Herbst 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR).

Nach dem kommunistischen Angriff auf den Süden Koreas im Sommer 1950 bemühte sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland um Aufnahme in die Verteidigungsgemeinschaft der Völker des freien Westens. Die Frage nach dem deutschen Wehrbeitrag erhielt oberste Priorität. Es ging sowohl um die Sicherheit vor der östlichen Bedrohung als auch darum, mit einem eigenen Verteidigungsbeitrag ein hohes Maß an staatlicher Souveränität zu erlangen. Schnell wurde deutlich, dass das Projekt einer übernationalen Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) mit einer integrierten europäischen Armee nicht verwirklicht werden konnte. Endgültig im August 1954 scheiterte die EVG an der ablehnenden Haltung der französischen Nationalversammlung.

Der Weg zu einer gemeinsamen Verteidigung Europas wurde damit allerdings nicht verstellt. Wenige Wochen später, Anfang Oktober 1954, trat die Bundesrepublik Deutschland neben Italien im Rahmen der Pariser Verträge dem zur Westeuropäischen Union (WEU) erweiterten Brüsseler Vertrag bei. Das Pariser Vertragswerk erlaubte es der Bundesrepublik Deutschland, eine Armee mit einer Höchststärke von 500 000 Mann aufzustellen und diese in die 1949 gegründete Nordatlantische Allianz (NATO) zu integrieren. Am 9. Mai 1955 wurde die Bundesrepublik Deutschland in das Atlantische Verteidigungsbündnis aufgenommen. Unser Land war mit diesem Schritt der Erlangung seiner Souveränität ein wesentliches Stück nähergekommen. Bereits im August 1955 lagen dem im Juni gegründeten Bundesministerium der Verteidigung – der Deutsche Bundestag hatte das Freiwilligengesetz als Voraussetzung zur Einstellung von Soldaten gerade verabschiedet – rund 150 000 Freiwilligenmeldungen vor. Die ersten Soldaten erhielten ihre Ernennungsurkunden ganz bewusst am 12. November 1955, dem 200. Geburtstag des preußischen Heeresreformers Scharnhorst, an dessen Ideen die neue Wehrkonzeption der Inneren Führung anknüpfte. Die Bezeichnung „Bundeswehr" wurde erst am 1. April 1956 – gleichzeitig mit Inkrafttreten des Soldatengesetzes – eingeführt. Von vornherein war klar, dass der Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zum westlichen Bündnis nicht mit Freiwilligen allein geleistet werden konnte und sollte. Der Deutsche Bundestag beschloss die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht. Auf dieser Grundlage rückten am 1. April 1957 die ersten 10 000 Wehrpflichtigen zu Einheiten des Heeres ein.

Die westliche Allianz setzte von Beginn an hohes Vertrauen in die junge Bundeswehr. Gleichberechtigt mit den Partnern arbeiteten deutsche Soldaten in den NATO-Stäben. Bereits 1957 wurde mit Generalleutnant Speidel erstmals ein Deutscher Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa. Im selben Jahr war die Integration der Bundeswehrverbände schon so weit fortgeschritten, dass Einheiten aller Teilstreitkräfte an gemeinsamen NATO-Manövern teilnehmen konnten.

Seit ihrer Gründung in schwierigen Zeiten hat sich die Bundeswehr als Instrument der Politik bewährt. Dank ihres demokratischen Selbstverständnisses, ihres hohen Ausbildungsstandes und ihrer Integration in die NATO genießt sie hohes Ansehen und Vertrauen bei ihren Bündnispartnern und darüber hinaus.

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