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Schießauszeichnung der Bundeswehr (Schützenschnur)

Die Geschichte der Schützenschnur geht auf den Achtzigjährigen Krieg zurück. Auf Befehl des spanischen Königs sollte jeder Niederländer, der mit einer Muskete angetroffen würde, sofort gehängt werden. Daraufhin begannen die spanischen Musketiere Stricke mit sich zu führen, die sie über der linken Schulter trugen.

Die Idee einer deutschen Auszeichnung für besonders gute Schützen geht auf den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zurück. Anfang 1720 trugen die Ausgezeichneten silberne Schnüre zu ihrer Uniform, im Siebenjährigen Krieg wurden Schützenschnüre erstmals im großen Umfang verliehen. Nach der Besetzung Preußens durch die Franzosen unter Napoléon Bonaparte wurde unter Scharnhorst die preußische Armee umstrukturiert und das Schützenabzeichen fester Bestandteil des neuen Militärs.
Seit dem Jahre 1864 wurde die Schützenschnur erstmals in drei verschiedenen Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Diese Regelung gilt auch noch heute.

Mit der Gründung des Deutschen Reiches wurde die deutsche Armee erneut umstrukturiert. Erst unter dem Kaiser Wilhelm II. wurde die Schützenschnur, nunmehr in vier Stufen verliehen, in die gesamtdeutsche Armee eingeführt. Die Anzahl dieser Auszeichnungen wurde stärker reglementiert, um die Menge zu verleihender Schnüre zu reduzieren. Außerdem mussten seit diesem Jahr die Leistungen für Auszeichnung jedes Jahr aufs Neue erbracht werden.
In der Reichswehr und späteren Wehrmacht wurde die Schützenschnur unter starken Veränderungen der Verleihungskriterien beibehalten. Bis 1945 wurde die Schnur in zwölf verschiedenen Stufen und unterschiedlichsten Ausführungen verliehen. Auch mussten die Leistungen nicht jährlich neu erbracht werden und Offiziere durften keine Schützenschnüre mehr tragen, was bis heute beibehalten wurde.

Seit 1965 existiert die Schützenschnur in der heutigen Form in der Bundeswehr. Sie ist die einzige Auszeichnung, die für herausragende Einzelleistung beim Schießen vergeben wird. Sie kann in den Stufen Bronze, Silber und Gold (auch mit Wiederholungszahl in Fünferschritten) erworben werden. Notwendig sind hierfür entsprechend erfüllte Wertungsübungen (siehe unten) mit den Handwaffen der Bundeswehr. Die Schützenschnur in Silber oder Gold kann verliehen werden, ohne vorher die anderen Stufen zu durchlaufen.
Unabhängig von der erreichten Stufe besteht die Schützenschnur bei Heer und Luftwaffe aus einem matten aluminiumfarbenen Gespinst, bei der Marine aus einem blauen Textilgespinst. Im Oberteil der Schnur wird die Aluminiumplakette der jeweils erreichten Stufe eingesteckt. Die Schnur wird nur beim ersten Erwerb einschließlich der jeweiligen Plakette ausgehändigt; wenn man nachfolgend höhere Stufen erreicht, erhält man die entsprechende Plakette zum Austausch.

Die Auszeichnung wird ausschließlich am Dienstanzug getragen. Offiziere können die Schützenschnur zwar erwerben, aber ihnen ist es nicht erlaubt diese auch zu tragen.

(zum vergrößern, bitte Bilder anklicken)

Heeres- und Luftwaffenausführung
(hier in Bronze)
Marineausführung
(hier in Silber)
Plaketten
oben: Bronze, Silber, Gold
unten: Gold mit Wiederholungszahlen
Urkunde Trageweise am Dienstanzug

Bedingungen zum Erwerb der Schützenschnur

Waffengruppe 1: Gewehr, Maschinenpistole, Pistole
Waffengruppe 2: Maschinengewehr, Panzerfaust 3

Für die Schützenschnur in Bronze muss der Soldat je eine Wertungsübung mit zwei Waffen der Waffengruppe 1 in Bronze erfüllen.
Für die Schützenschnur in Silber oder Gold muss der Soldat alle Wertungsübungen mit je einer Waffe aus den Waffengruppen 1 und 2 in Silber oder Gold erfüllen.

Abweichungen:
Die Waffengruppen gelten für alle Teilstreitkräfte außer den Soldaten des Sanitätsdienstes, der Feldjägertruppe, des Militärmusikdienstes, des Kommandos Spezialkräfte und Angehöriger der Wehrverwaltungs- und Unterstützungsbereiche. Soldaten der genannten Truppenteile und Einrichtungen schießen die Schützenschnur jeder Stufe nur mit den Waffen der Waffengruppe 1.
Angehörige des Sanitätsdienstes der Luftwaffe schießen die Wertungsübungen bei fehlender Ausbildung (Gewehr/Maschinenpistole) nur mit der Pistole.
Personal von Dienststellen im Ausland und in integrierten Stäben schießen die Wertungsübungen, wenn die Organisationsgrundlage der Dienststelle keine Waffen der Waffengruppe 2 ausweist, mit zwei Waffen der Waffengruppe 1. Ist ein Schießen mit Waffen der Bundeswehr nicht möglich, können die Wertungsübungen für Pistole und Gewehr auch mit ausländischen Waffen geschossen werden.
Angehörige von Einheiten und Dienststellen deren Organisationsgrundlage keine Waffen der Waffengruppe 2 ausweist, schießen die Wertungsübungen mit zwei Waffen der Waffengruppe 1.

Wertungsübungen für Bronze:
Waffengruppe 1
Gewehr G3: G-S-3a (A2-222/0-0-1210)
Gewehr G36: G36-S-9 (A2-222/0-0-1210) oder G-ES-5, G-ES-6(Best nSAK)
Maschinenpistole: MP-S-3 (A2-222/0-0-1210) oder MP-GL-3(Best nSAK)
Pistole: P-S-2 (A2-222/0-0-1210) oder P-ES-4, P-ES-5(Best nSAK)

Wertungsübungen für Silber und Gold:
Waffengruppe 1
Gewehr G3: G-S-3a, b, c (A2-222/0-0-1210)
Gewehr G36: G36-S-9 (A2-222/0-0-1210) oder G-ES-5, G-ES-6(Best nSAK)
Maschinenpistole: MP-S-3, MP-S-5, MP-S-7 (A2-222/0-0-1210) oder MP-GL-3, MP-ES-3, MP-ES-4(Best nSAK)
Pistole: P-S-2, P-S-3 (A2-222/0-0-1210) oder P-ES-5 und P-ES-6(Best nSAK)
Waffengruppe 2
Maschinengewehr auf Zweibein: MG-S-3, MG-S-4 (A2-222/0-0-1210) oder MG-GL-2, MG-ES-1 (Best nSAK)
Panzerfaust 3: Pzf 3-S-3, Pzf 3-S-4 (A2-222/0-0-1210) oder wie Regelung Best nSAK

Der Soldat muss die Leistungen für die Schützenschnur innerhalb von zwölf Monaten erbringen. Dieser Zeitraum beginnt mit dem Tag, an dem die erste Leistung erbracht wird (d.h. nicht zwangsläufig der 1. Januar). Die Wertungsübungen darf der Soldat am selben Tag bei Nichterfüllen zweimal wiederholen, danach frühestens wieder am nächsten Tag.

Reservisten und Angehörige fremder Streitkräfte können die Schützenschnur unter den gleichen Voraussetzungen erwerben. Bei erfüllten Leistungen und eingereichtem Antrag wird die Auszeichnung von einem Vorgesetzten zusammen mit einer Besitzurkunde verliehen, die dann zum Tragen berechtigt. Diese Trageerlaubnis bleibt lebenslang erhalten. Die Wertungsübungen bauen auf den Schulschießübungen auf und unterscheiden sich von ihnen nur in der Beschränkung der Wiederholungsmöglichkeiten. Für die genauen Bestimmungen der Wertungsübungen siehe die aktuelle Dienstvorschrift der entsprechenden Waffe.

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